Ich lebe meinen Traum. Und ganz unter uns: Seit es keiner mehr ist, ist es manchmal ganz schön anstrengend. Aber eben auch großartig. Und wunderbar. Und unbeschreiblich.

Ich würde ja gerne behaupten, dass allein mein Mut und mein unerschütterlicher Glaube an mich selbst und mein Talent mich hierher gebracht haben. Aber das wäre gelogen. Die Wahrheit ist: Mein Weg ist gepflastert mit Absagen und geteert mit Enttäuschungen. Und deswegen wollte ich mal Danke sagen. Danke an all die Werbe-, PR- und Grafik-Agenturen, die meine unzähligen Bewerbungen allesamt abgelehnt haben. Danke an alle Personaler, die kein oder nicht genug Potenzial in mir gesehen haben, um mich einzustellen. Danke an alle Chefs, die mich nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen oder mir danach dann doch abgesagt haben. Danke an alle, die mir keine Chance geben wollten. Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar ich diesen Menschen bin. Denn hätten sie mir eine gegeben, wäre ich jetzt vermutlich in irgendeiner Agentur und würde mir 60 Stunden in der Woche schmissige Slogans für Staubsauger überlegen. Ich würde keine Bücher schreiben, sondern Werbetexte, die jedem, der sie hört oder liest schrecklich auf die Nerven gehen. Oder ich würde immer noch Programmhefte setzen oder Flyer für Zahnärzte designen, die zwar viel von Inlays, aber leider nichts von Gestaltung verstehen.

Danke an alle, die mir keinen Job gegeben haben. An alle, die wussten, dass ich versuche, mir etwas schmackhaft zu machen, das mir in Wirklichkeit gar nicht schmeckt. Danke an alle, die kapiert haben, was ich mir nicht eingestehen wollte. Nämlich, dass das alles nicht zu mir passt. Dass das nicht ich bin. Dass ich etwas anderes will.

Ich bin nur deswegen meinen eigenen Weg gegangen, weil es keinen anderen gab. Weil ich nicht wusste, was ich sonst hätte tun sollen. Darum DANKE. Danke für jedes Nein. Für jeden großen Briefumschlag, in dem meine Bewerbungsunterlagen wieder zu mir zurückgekommen sind. Danke für jede Träne, die ich vergossen habe und für die Selbstzweifel und die Angst niemals eine Arbeit zu finden, die zu mir passt. Danke für die grauenhafte Bezahlung und die befristeten Arbeitsverträge. Das alles war nicht schön, aber nötig. Denn all diese Rückschläge zusammen waren ein riesiger Satz nach vorne. Viele (kleine) Schritte in Richtung Traum.

Oft wissen wir nicht, warum die Dinge so laufen, wie sie laufen. Das verstehen wir erst im Nachhinein. Jetzt bin ich im Nachhinein. Also: DANKE. Danke, danke, danke.

Ohne die harte Realität wäre es wohl nur ein Traum geblieben.

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Anne Freytag, Gedanken